von Pia Steckelbach Benrather Tageblatt

 

Fotomontage: Enno Hohbusch

 

GARATH | 01.04. 2019. Gras schneiden, Moos und Müll entfernen und eine Bienenwiese auslegen: Am Samstagmorgen haben sich Mitglieder des Garather Heimatvereins getroffen, um die alten Quartzsteine an der Güstrower Straße auf Vordermann zu bringen – passend zu den ersten warmen Frühlingstagen. Die braunen, mehr als ein Meter hohen Steine wurden in den 70er Jahren auf Initiative des Künstlers und Historikers Anton Tripp aufgestellt. Sie sind Teil eines Geschichtspfades, der verschiedene markante Orte in Garath verbindet.

 

Die 3 Steine wiegen jeweils 1,3 Tonnen, ihre genaue Herkunft kennt auch der Vorsitzende der Garather Jonges, Peter Heinen, nicht. Im mittleren Stein kann man sogar noch Reste eines Mosaiks sehen, mit dem sich Kinder bei der großen Eröffnung vor mehr als vierzig Jahren verewigt haben. Die Steine waren in Vergessenheit geraten, bis die Jonges sie vor sechs Jahren gesucht und freigelegt hatten. Seitdem sorgen sie regelmäßig für die Pflege der alten Quarzite. Auch die Stadt kümmert sich mittlerweile um die kleine Grünfläche. Das Engagement wird in der Nachbarschaft wahrgenommen.

 

Während die Menschen früher achtlos an dem Relikt aus vergangenen Zeiten vorbei gegangen waren, interessierten sich immer mehr Nachbarn für die Steine. Für Heinen ist die Putzaktion daher Ehrensache: „Wir wollen dem Stadtteil etwas zurückgeben“, sagte er, Handschuhe und Harke noch in der Hand.

 

Die Garather Jonges feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Sie setzten sich für das kulturelle Leben und ein gutes Miteinander in ihrem Stadtteil ein. Mit mehreren Veranstaltungen im Jahr prägen sie Garath: Am kommenden Samstag etwa findet das große Schießen um den diesjährigen Waldkönigstitel auf dem Schützenplatz statt. Die Jonges hatten sich 1969 aus einem Kegelclub heraus gegründet. Heute zählt der Verein über 70 engagierte Bürgerinnen und Bürger.