Garather Jong greift zum Besen

 

 

Peter Ries übernahm Patenschaft für die „Grüne Perle von Garath“

Garath: 02. Juni 2017| (dsg). Der Garather gehört zwar nicht zur Mafia, dennoch machte er dem Garten- und Friedhofsamt ein Angebot, das es nicht ablehnen konnte. Er, das ist das 60-jährige Mitglied des Heimatvereins Garather Jonges 1969 e.V und Bezirksvertreter für Garath und Hellerhof, Peter Ries  - der erste "Pate" für die Bürgerwiese, die man auch als „Grüne Perle von Garath“ bezeichnet. Bewaffnet ist er mit Besen, Müllbeutel und Papierpicker.

 

Lange wurde in der Bezirksvertretung 10 über den Bau und die Verschönerung der Bürgerwiese diskutiert die Anfang 2017 für rund 100.000 Euro renoviert und verschönert wurde. Doch schon vor ihrer offiziellen Eröffnung häuften sich die Beschwerden aus der Bevölkerung, dass man dort sogar wilde Partys feiere und die Wiese bereits als „Trinkerparadies“ einen neuen Namen habe. Zudem würde die „Grüne Perle von Garath“ auf dem gesamten Rasen als Grillfläche mißbraucht. Grillgut-Reste, leere und zerschlagenen Flaschen, Zigarettenkippen und Flaschendeckel werden nicht in die Abfallbehälter, sondern einfach dort hingeworfen, wo man sich aufhalte, hieß es aus der Bevölkerung in unmittelbarer Nähe zur Bürgerwiese.

 

Bereits vor der Neueröffnung führte Ries Gespräche mit Anwohnern und bat sie die Wiese im Auge zu behalten und ggf. das Ordnungsamt zu informieren, wenn sie gestört fühlen. Auch auf die Möglichkeit, dass Anwohner durch eine Patenschaft Einfluss auf die Sauberkeit und den Erhalt der „Grünen Perle von Garath“ nehmen könnte, machte er immer wieder zum Thema. „Leider hat sich bis heute offensichtlich niemand damit anfreunden können“, sagt der 60-jährige Kommunalpolitiker etwas beschlagen.

 

Darum hat sich der Naturfreund entschlossen, Vorbild zu sein und es selbst in die Hand zu nehmen, indem er die Patenschaft für die Bürgerwiese übernahm. Seit Juni sucht der "Garather Jong" montags und freitags mit Besen, Müllbeutel und Papierpicker die Bürgerwiese auf, um Ordnung zu schaffen. Die allgemeine Reinigung bleibt jedoch auch künftig Sache des Garten- und Friedhofsamtes. „Bei ordnungswidrigen Verhaltensweisen wird Ries ggf. den Ordnungsdienst hinzuziehen. Denn es gilt, sich nicht unnötig selbst in Gefahr zu bringen.

 

Seit mehr als fünf Jahren macht Ries sich im Rahmen seiner politischen Aufgaben für eine Neubelebung und Sanierung der Bürgerwiese stark – mit Erfolg. Jetzt kämpft er dafür, dass die Wiese wegen der vielen Beschwerden eine Nutzungsordnung erhält. Dazu habe er mit dem Ratsherrn und Ehrenbaas der Garather Jonges, Jürgen Bohrmann in der Vergangenheit in der Bezirksvertretung einen Antrag gestllt.

 

Peter Ries hofft, dass sich irgendwann „Nachahmer“ finden, die (im wahrsten Sinne des Wortes) bereit sind, vor der „eigenen Türe zu kehren“ und selbst ein wenig ehrenamtliches Engagement und Verantwortung für ihre Straße (Stadtbezirk) übernehmen möchten. „Das könnten Zum Beispiel eine Nachbarschaftsorganisation, Schulklassen, oder KITAS sein. Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten als die Bürgerwiese, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ich denke da zum Beispiel an die vielen Spielplätze in Düsseldorf, für die Spielplatzpaten gesucht werden“, sagt Ries, der seit über zehn Jahren Mitglied bei den Garather Jonges ist. Zudem unterhält er einem Blog für Kriminalprävention.

 

Info:

Die Bürgerwiese wurde als nachbarschaftlicher Treffpunkt konzipiert. Sie sollte nicht nur zur Steigerung der Lebensqualität und zum Wohlbefinden beitragen, sondern auch das Image von Garath mit prägen und darüber hinaus eine Vielzahl von unverzichtbaren stadtökologischen Funktionen erfüllen.

 

 

Garather Jonges: Unterstützung für Bronzestele

 

Sie hielten ihren Kopf hin

 

19. Juli 2005| (pri). Die Stele zum Gedenken an die Widerstandskämpfer Nikolaus Groß und Helmuth James Graf von Moltke. Das Mahnmal wurde am 19. Juli 2005 eingeweiht. Am selben Tag erfolgte auf Antrag der evangelischen Kirche am Standort eine Umbenennung des Platzes in Dietrich-Bonhoeffer-Platz.

Geschaffen wurde die Stele von der Düsseldorfer Künstlerin Christiane Erdmann. Ausgeführt wurde der Bronzeguss im von der renommierten Düsseldorfer Kunstgießerei Rolf Kayser und Peter Klippe! Am 19.Juli 2005, dem Vorabend des 20. Juli, übergab die INITIATIVE GEGEN DAS VERGESSEN die Bronzestele dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin, der sie symbolisch für alle Bürger der Stadt in Empfang nahm. Oberbürgermeister Erwin bedankte sich für das große Engagement der Bürger in dieser Initiative. Der Heimatverein Garather Jonges 1969 e.V. unterstützte die Initiative finanziell und ist Herausgeber der Broschüre „Mahnmal für Nikolaus Groß und Helmuth James Graf von Moltke“.

 

Helmuth James Graf von Moltke

 

 

 

Helmuth James Graf von Moltke studiert seit 1925 in Berlin Rechts- und Staatswissenschaften. Engagiert leitet er in Schlesien ein freiwilliges Arbeitslager für Studenten, Bauern und Industriearbeiter. Moltke, der den demokratischen Kräften seiner Zeit nahe steht, verfolgt Hitlers Aufstieg mit offener Kritik. Daher verzichtet er 1933 auf ein Richteramt und lässt sich 1935 als Anwalt in Berlin nieder. Zwischen 1935 und 1938 absolviert er zudem eine Ausbildung als britischer Rechtsanwalt (Barrister) und plant die Übernahme eines Anwaltsbüros in London, die durch den Kriegsbeginn im September 1939 verhindert wird. Im selben Monat wird Moltke als Kriegsverwaltungsrat in das Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht in Berlin verpflichtet. Als Sachverständiger für Kriegs- und Völkerrecht versucht er, sich gegen Unrecht und Willkür einzusetzen. Besonders engagiert er sich für die humane Behandlung von Kriegsgefangenen und die Einhaltung des Völkerrechts. Bereits 1939 verfasst Moltke erste Denkschriften zur politischen Neuorientierung Deutschlands. Anfang 1940 stößt Peter Graf Yorck von Wartenburg zu einer Gruppe von Regimegegnern um Moltke. Moltke und Yorck werden zu den führenden Köpfen des daraus entstehenden Kreisauer Kreises und nehmen an den meisten der Beratungen in Berlin und in Kreisau teil. Moltke versucht, durch systematische Ausweitung seine Kontakte zu protestantischen und katholischen Kirchenführern und zu den Führern der politischen sozialdemokratischen Opposition zu erweitern. Nachdem Moltke Mitglieder des Solf-Kreises vor einer Gestapo-Überwachung warnt und dies entdeckt wird, wird er am 19. Januar 1944 verhaftet. Seine Beteiligung an den Staatsstreichplänen wird erst nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 bekannt. Am 11. Januar 1945 verurteilt der Volksgerichtshof ihn zum Tode. Helmuth James Graf von Moltke wird am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.

 

Info zu Helmuth James Graf von Moltke und Dietrich Bonhoeffer